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Augenübungen: Trendthema auf Social Media – aber was sagt die Forschung?

  • 1. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Schädliche TikTok- und Social-Media-Trends!

 

Wer möchte nicht seine Augen fit und gesund halten? Auf TikTok, YouTube oder Instagram finden sich unter Hashtags wie #augenübungen, #augenyoga, #yogafürdieaugen oder #bessersehenohnebrille zahlreiche Anleitungen zum Augentraining, gezielte Übungen zur Verbesserung der Sehkraft und andere Wundermittel rund um die Augengesundheit. Influencer und Influencerinnen geben unzählige Tipps zur „Augenfitness“ oder präsentieren Videoanleitungen für ein effektives Augenmuskeltraining – und manchmal kann man sich auch für (kostenpflichtige) Augentrainings-Workshops anmelden.

 

Reichweite vor Seriosität

Augenyoga ist laut Headlines die „beste Waffe gegen müde Augen“, andere Influencer und Influencerinnen versprechen sogar, dass man nur mit Augentraining (und ohne Brille) sein Sehvermögen verbessern kann. Nun bietet nicht jeder Kanal kostenpflichtige Workshops an, aber alle Influencer und Influencerinnen wollen ihre Reichweite erhöhen. Und das geht natürlich besser mit Verheißungen wie: „Diese Übung hilft gegen Kurzsichtigkeit“ als mit: „Diese Übung könnte vielleicht einen positiven Einfluss auf die Sehkraft haben, aber das lässt sich wissenschaftlich nicht beweisen.“

 

Die Forschung stützt die Versprechen nicht!

 

Und damit sind wir bei der Forschung. Es gibt viele Studien zum Thema Augentraining. Das übergreifende Ergebnis: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass irgendeine Form des Augentrainings das Sehvermögen verbessert. Weder für Weitsichtigkeit (Hyperopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), Alterssichtigkeit (Presbyopie) noch Kurzsichtigkeit ist ein solcher Effekt nachweisbar.

 

(Einzige Ausnahme: Bei Kindern kann Schielen oder eine starke Fehlsichtigkeit dazu führen, dass ein Auge unterdrückt und auf Dauer funktionell blind wird (Schwachsichtigkeit oder Amblyopie). Frühzeitig erkannt, kann das Auge trainiert werden, was dadurch erfolgt, dass das bessere Auge über einige Zeit des Tages abgeklebt wird.)

 

Augentraining statt Brille? – Das ist immer ein leeres Versprechen

 

Vielleicht haben Sie schon einmal Videos gesehen, in denen behauptet wird, dass man durch Augenübungen eine Brille überflüssig machen kann. Zum Beispiel mit Übungen wie

  • Augenmassage

  • Abdecken der Augen mit der Handfläche

  • Augenbewegungsübungen oder

  • erhöhte Augenarbeit beim Lesen mit einer falschen oder ganz ohne Brille, um die Augen zu „trainieren“.

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Nichts davon kann Sehprobleme heilen oder das Tragen einer Brille überflüssig machen. Sehprobleme wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung hängen hauptsächlich mit der Beschaffenheit des Auges oder der Form des Augapfels zusammen. Daran kann keine Übung etwas ändern.

 

Entspannung für die Augen

 

Sind also alle Augenübungen wirkungslos? Man sollte sich keine Verbesserung der Sehkraft versprechen. Entspannung mitunter schon: Augenhöhlenmassagen oder kurze Ruhephasen mit geschlossenen Augen im Rahmen von Augenyoga können beispielsweise die Augen beruhigen und einer Augenermüdung vorbeugen. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur die Sehkraft wird nicht verbessert. Und auf keinen Fall sollten Sie kostenpflichtige Angebote in Anspruch nehmen.

 

Einzig wirksame Augenübung gegen Kurzsichtigkeit und Ermüdung

Der Blick in die Ferne und auf verschiedene entfernte Objekte entspannt die Augenmuskeln und hilft den Augen, sich an unterschiedliche Entfernungen anzupassen. Dies ist besonders für Büroangestellte wertvoll. Deshalb sollten Sie während der Arbeit ungefähr alle 20 Minuten bewusst in die Ferne (mindestens 20 Fuß = 6 Meter Entfernung) schauen, blinzeln und Ihren Augen für kurze Zeit (20 Sekunden) eine Abwechslung von der ausschließlichen Nahsicht auf den Bildschirm gönnen (20-20-20-Regel). Kinder sollten tagsüber genügend Zeit beim Spielen im Freien verbringen, wobei sie automatisch auch in die Ferne blicken. Regelmäßiges Sehen in die Ferne kann zwar nicht die Sehkraft natürlich verbessern, aber es hilft, sie zu erhalten und vor allem bei Kindern der Entwicklung von Kurzsichtigkeit entgegenzuwirken.

 

(Quelle: AOK. Die Gesundheitskasse)


 
 
 

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